@nocci @melsdung Ich denke, jeder kleine Fortschritt hilft. Ich werde mich für bestimmte Produkte bis auf Weiteres wohl auch nicht vom großen A trennen können, aber überall dort, wo es Alternativen gibt, nehme ich sie gerne. Zumindest, wenn sie nicht preislich völlig indiskutabel sind.
Für den Umstieg auf Linux habe ich tatsächlich Jahrzehnte gebraucht. Ich fand das System immer spannend, habe die ersten Versuche damit schon vor mehr als 25 Jahre gemacht, und habe immer wieder aufgegeben. Mal habe ich die Grafikkarte nicht ans Laufen bekommen, mal wurde mein Drucker nicht unterstützt. Es hat einfach nicht funktioniert.
Jetzt bin ich durch unplugtrump derart motiviert gewesen, es doch nochmal zu versuchen, und meiner bescheidenen Erfahrung nach liegt der Schlüssel zum Erfolg unter anderem auch darin, sich die Zeit für ein wenig Herumprobieren zu nehmen -- und das auf entbehrlicher Hardware, während man das "Produktivsystem" mit Windows weiter nutzen kann, bis man auf Linux wirklich sattelfest ist und alles notwendige läuft.
Ich habe jetzt rund ein halbes Dutzend Distributionen ausprobiert (Mint, Zorin, Suse, Debian, und Ubuntu fallen mir jetzt noch ein) und bin letztlich bei Ubuntu hängen geblieben. Bei allen anderen hat immer irgendwas nicht funktioniert -- zumindest nicht out-of-the-box. Mehrere Distributionen haben meine NVIDIA Grafikkarte nicht unterstützt, bei anderen Distributionen ließ sich der Sync-Service für meine NAS nicht installieren. Bei Ubuntu ging das alles völlig problemlos.
Klar, auch bei Ubuntu habe ich noch Nüsse zu knacken. Für meine regelmäßigen virtuellen Leseabende brauche ich ein etwas anspruchsvolleres Audio-Setup, weil ich zwei Voice-Chats über meinen Account miteinander kopple: Beide Chaträume sollen hören, was ich sage, und ich will natürlich auch selbst von beiden Räumen alles hören, gleichzeitig sollen sich die Räume aber auch gegenseitig hören können. Bei Windows habe ich mir dafür das sehr schicke virtuelle 8-Kanal-Mischpult "VoiceMeter Potato" installiert, und bei Linux erstmal nur ein langes Gesicht gemacht. Immerhin scheint es dort mit "Pipewire" einen gangbaren Weg zu geben, aber um das zum Laufen zu bringen, werde ich mich mit einen Linux-Experten im Freundeskreis zusammensetzen müssen.
Abgesehen davon gab es bei mir mit Ubuntu aber eigentlich keine NoGos mehr, und sobald man sich mit dem etwas anderen Aufbau einigermaßen vertraut gemacht hat, wächst auch das Selbstvertrauen. Deswegen wäre mein Tipp: einfach mal (auf separater Hardware!) mehrere Distributionen ausprobieren und damit herumspielen. Es ist weniger schlimm als es zunächst aussieht!